Piratengold
Oder warum heißen wir nicht die Partei der “Kopfgeldjäger”
Die Ziele stehen fest, wer diese nicht kennt, möge bitte auf der Seite piratenpartei.de nachlesen.
In einem Zeitungsartikel lass ich „Warum hört man von uns Piraten so wenig"?
Diese Aussage kann ich nicht ganz nachvollziehen, weil viele Piraten gern ihre Bereitschaft auf Demonstrationen und im Internet zeigen. Viele von uns sind noch Studenten oder berufstätig und haben wenig Zeit für die Stammtische. Nun liegt es auch an jedem Leser selbst sich ein Bild über uns zu machen und dazu gibt es genügend Informationen im Internet. Wohl bemerkt beschäftigen wir uns auch mit Themen, die für den Normalen Bundesbürger sehr anspruchsvoll sind.
Schließlich setzt man sich lieber vor den Fernseher und genießt verdienterweise sein Feierabendbier.
Nach dem Feierabend verfallen die meisten Menschen in eine Grauzone und überlassen den Rest der Welt den Politikern. Frei nach dem Motto -die da oben machen das schon - Ganz so einfach ist es aber nicht, weil viele Bürger keine Vorstellung von dem haben was im World Wide Web passiert.
Obwohl beide, der Bürger und der Politiker aus privaten oder geschäftlichen Gründen viel Zeit im Internet verbringen.
Wenn wir den PC einschalten, befinden wir uns in einer digitalen Welt, die es noch zu erforschen gilt.
Piraten sind in der Geschichte der Menschheit dafür bekannt das Sie neues Land entdecken, rauben, morden und plündern, damit ihre eigene Art weiterhin existieren kann. Zur Information der Begriff „Pirat“ stammt aus Geschichtsbüchern und wird mit dem Wikinger gleichgesetzt. Der Wikinger ging seiner Zeit auf „Viking“ also Beutefahrt.
Ganz so wild wird es bei uns hoffentlich nicht sein. Den noch befinden wir uns in einer Situation, in der wir unsere Bedingungen und unsere Interessen ernst nehmen und verteidigen werden.
Man zählt uns zu einer relativ unterentwickelten Randkultur, die einen großen Expansionsdrang hat.
Wenn es, in der Vergangenheit um Gold ging, wird es sich in der Gegenwart um Kulturgüter handeln, die ich als unsere Beute bezeichne. Unabhängig davon ob diese Kulturgüter von Kirchen, Musik. Buch oder Zeitungsverlagen stammen handelt es sich dabei um Wissen. Dieses Wissen, haben sich Kirchen selbst angeeignet und keinen Menschen vorher gefragt was sie dafür bezahlen müssen.
Warum auch ?
Ähnlich machen es nun Verlagsgesellschaften, die allerdings für ihre produzierten Werke doppelt und dreifach bezahlt werden möchten. Eine neue Art der Freibeuterei, finde ich.
Nun ganz so dumm sind wir Piraten nicht, denn auch wir sind darüber informiert das „Wissen, gleich Macht ist“ und damit ein großer Bestandteil einer jeden Gesellschaft. In manchen Kulturen wird dieses Wissen sogar als Schatz bezeichnet und das zu gutem Recht den es ist nicht immer nur das Geld sondern primär das Wissen auf der die Menschheit ihre ganze Kultur aufgebaut hat.
Es geht mir nicht darum das Urheberrecht abzuschaffen, aber ich möchte die Perspektive der Menschen ändern, die für den Gebrauch der Urheberrechte verantwortlich sind.
Wir alle sind an Urheberrechte und Copyrights gebunden und halten uns regelrecht fest an diesem „Geistigem Eigentum“, wie es bestimmte Einrichtungen bezeichnen. Was aber ist ein Schatz oder das geistige Eigentum wert, wenn es geraubt wurde?
Er ist eine Beute und genau diese Beute ist das Kulturgut in unserer heutigen Informationsgesellschaft. Einige Unternehmen in der Wirtschaft kennen haben mit Sicherheit schon von Produktpiraterie gehört, auch hier wird kopiert und gefälscht um das Produkt günstiger anzubieten.
Die Unternehmer sollten sich jedoch einmal die Frage stellen, warum wird so dreist kopiert?
Die Antwort könnte sein, weil Menschen aus sozial schwächeren Verhältnissen auch ihre Freude an dem neuen Produkt haben wollen.
Ob Verlag, Musiklabel oder Sendeanstalt was ich mit geistigem Eigentum meine sind all diejenigen Fortschritte, die uns Menschen der modernen Welt in eine Luxusgesellschaft verwandelt haben. Diese Luxusgesellschaft lebt davon ärmere Länder und damit auch bestimmte Gesellschaftsschichten durch Verträge zu knebeln.
Spätestens jetzt sollte, man sich doch die Frage stellen gibt es überhaupt geistiges Eigentum?
Ja, aber nur, solange bis Piraten auf Beutefahrt gehen und diktatorische Machthaber oder profitgierige Unternehmer so, wie tyrannischen Kirchenfürsten ihr Kulturgut entreißen. Plötzlich erscheinen wieder Piraten auf der Bildfläche, Seeräuber, die schon lange als ausgestorben galten. Warum den? Die waren doch längst ausgestorben. Oder aber tauchen Piraten immer dann auf, wenn es zu sozialen Engpässen in der Gesellschaft kommt.
Wollen die etwa die Welt retten?
Nun ja vielleicht nicht ganz, aber der Gebührenregelung sollte Einhalt geboten werden. Es geht hier auch um die Freiheit, sich von Despoten nicht knebeln zu lassen und die Erkenntnis zu erhalten das viele Kulturgüter von Kirchen in der Vergangenheit selbst einmal geraubt wurden. Ich meine damit die hermetische Philosophie, ohne die eine Religion undenkbar währe.
Wenn unsere Gesellschaft gegen die Ausbeuterei nichts unternimmt, wird uns allen eines Tages streng vorgegeben werden wie wir zu denken und zu handeln haben und dafür müssen wir dann auch noch bezahlen. Nun gibt es schon Parallelen in der Gesellschaft der Religionen. Mit ernst zu nehmender Gewissheit kann ich behaupten, dass eine Religion auch ihren Sinn hat, wenn es um Verhaltensregeln geht. Wenn diese Religionen aber untereinander verstritten sind, obwohl sie an einen Gott glauben, macht es auf mich den Eindruck, dass ich in einem Unternehmen arbeite und nicht zu einer bestimmten ethnischen Gruppe gehöre.
Jene Menschen, die sich uns Piraten anschließen sind, junge Menschen, die, die Zukunft und damit ihr Leben noch vor sich haben, auch wenn sie schon ein paar Jahre älter sind. Wir haben uns damit abgefunden das Wir uns in einer Informationsgesellschaft befinden, die uns mit Wissen geradezu überflutet. Das Internet hat diese Wissensflut möglich gemacht und nun liegt es an uns, wie wir diese Wellen und Wogen sicher befahren.
Wir entdecken eine neue Welt, eine digitale Welt, die unter widrigen Umständen entstanden ist. Für den ein oder anderen ist sie nicht mehr ganz so neu, für den Bürger, der sich darin nicht auskennt, ist diese Welt jedoch völlig unbekannt und abstrakt. Ja, ich denke er wird sich ein wenig wie Tron in einer künstlich geschaffenen Welt vorkommen. Eine Welt in dem der Bürger nicht weiß, wie er sich sicher bewegen soll und kann.
Nun helfen Piraten plötzlich dem Bürger vor Verlusten die seine Identität ausmachen.
Identitätsverlust kann jeden von uns betreffen, wenn Daten gestohlen werden und anschließend zum Missbrauch verwendet werden.
Schließlich kann man auch damit Geld verdienen, wenn man Daten schützt, das Zeigen uns Softwareprogramme, die jeder auf seinem PC haben sollte, um ihn vor dem Angriff aus dem Internet zu schützen.
Nun möchte ich den schlechten Ruf der Piraten ändern. Denn, sie sind auch dafür bekannt ein Demokratisches denken weiter entwickelt zu haben, schließlich musste man die Beute ja aufteilen.
Sie haben durch ihr soziales Handeln neue Wege in der modernen Gesellschaft geschaffen. Dazu zähle ich die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und Pionierarbeit in der Dichtkunst.
Piraten aus der Piratenpartei haben den Drang Wissen zu wollen, manchmal wie kleine Kinder. Aber uns geht es ja um Kulturgüter und dieses Wissen ist nun im Internet versteckt. Ironischerweise helfen nun Piraten dem Bürger im Kampf gegen Internetkriminalität und auch gegen Behördenwillkür.
Ich erinnere hier an die Vorratsdatenspeicherung und die aktuelle ELENA-Karte, diese Einrichtungen ergeben für uns so keinen Sinn. Denn es geht hier in erster Linie darum dem Bürger seiner Freiheit zu berauben. So wie die Vorratsdatenspeicherung von den Behörden eingesetzt wurde, hätte der Bürger schnell seine Identität verloren. Ähnlich verhält es sich mit der ELENA-Karte, diese Karte lässt den Bürger vor seinem Arbeitgeber und Behörden, gläsern erscheinen. Das kann für ein Vorstellungsgespräch verheerende Wirkung haben. Wenn da zum Beispiel steht, dass der Bewerber in seiner Schulzeit mehr als einmal mit Alkoholics Probleme hatte. Was ungefähr 40 Prozent unserer heutigen Jugend ausmachen dürfte. Unsere Eltern haben es mit dem Alkohol auch gut gemeint und das wird ihnen auch nicht zur Last gelegt.
Nun kann man doch davon reden, dass wir Piraten unsere Gesellschaft zwei entscheidende Schritte nach vorn gebracht haben, nachdem wir in unserer Startphase von allen möglichen Querdenkern blockiert wurden.
“Wissen ist Macht” das wussten schon die alten Griechen und diese Macht kann schnell missbraucht werden, wenn sie in die falschen Hände gerät oder nicht richtig gelenkt wird. Kulturgüter sind aber Dinge, die uns Menschen im alltäglichen Leben begegnen und die uns zum Teil kostenlos zur Verfügung stehen sollten. Aus sozialökonomischer Sicht muss das meiste Wissen dem Menschen kostenlos zur Verfügung stehen, damit auch die ärmeren Länder eine Möglichkeit haben und ihren Wohlstand aufbauen können.
Es ist wichtig, wenn es um Wissen geht, eine Transparenz in der Geschichte zu schaffen, damit unsere Nachkommen erfahren, was ihnen zusteht.
Nicht nur einmalig sondern doppelt und dreifach müssen wir Gebühren und Steuern bezahle. Wenn ich an die GEMA und GEZ Gebühren denke, könnte ich mich rot ärgern. Musik und Literatur sind plötzlich die Gebiete, wo nach Raubritter-Manier Gebühren verlangt und eingetrieben werden.
Nun gibt es endlich ein Licht am Ende des Tunnels. Der Anbieter eines Kabelnetzes hat es möglich gemacht das Wir uns aus den Klauen der GEZ befreien können. Wie einige vielleicht schon wissen, wird ab dem Jahr 2012 das analoge Fernsehen eingestellt. Einige Sender verschwinden jetzt schon aus dem Fernsehprogramm und wir wundern uns, wo sie geblieben sind.
Eine neue Regelung im Kabelnetz erlaubt es, dem Anbieter sein Kabel von analog auf digital umzustellen. Das bedeutet, dass unser Bild viel schärfer wird, für den der einen HD fähigen Fernseher hat. Es bedeutet aber auch das der Teilnehmer des Kabelnetzes nicht mehr fünfunddreißig Programme sondern in naher Zukunft zirka vierhundert Sender erreichen kann.
Wer von der GEZ befreit werden möchte, sollte einfach mal „GEZ Befreiung“ googeln.
Der Wissensdurst in unserer Gesellschaft ist groß und selbst wenn wir die meisten Sender nicht verstehen werden weil sie in einer anderen Sprache ausgestrahlt werden verstehen wir nun was digitales Fernsehen bedeutet.
Das digitale Fernsehen lässt im Zusammenhang mit dem Internet die gesamte Menschheit zusammenrücken.
Als das Fernsehen bei uns in Deutschland gesellschaftsfähig wurde, konnten wir einen Sender sehen, der sein Programm aus einem Münchner Studio sendete. Heute schauen wir in den Fernseher und damit in bis zu vierhundert verschiedene Studios, die auf der ganzen Welt verteilt sind.
Ich habe auch eine phantastische Software zum Thema Filesharing entdeckt und ich finde es sensationell wie die Entwickler es geschafft haben die Industrie zu umgehen. Sie haben einen Fond gegründet und unterstützen den Künstler aus diesen Einkünften direkt. Somit hat der Künstler die Möglichkeit viele unnötige Kosten zu ersparen und muss keine Knebelverträge mehr eingehen.
Update vom 5/4/2011
Piratengold